Australien von Süd nach Nord – von Adelaide nach Darwin

 

Ankunft aus Sydney am Flughafen von Adelaide und mit Taxi zum Autovermieter (Hertz). Das Wetter wie schon die ganze Woche vorher leider nicht berauschend, zum Glück war ich schon früher in Adelaide.

Adelaide ist eine nette Stadt mit einem kleinen und überschaubaren Zentrum. Wer gut und günstig essen will geht ins Chinesisches Viertel, es gibt rund um den Innenbereich von Adelaide große Grünflächen für Freizeit und Sport. Neben der Universität ist der Botanische Garten, im Norden ist der Torrens River bzw. der Torrens Lake wo man Bootsfahrten machen kann. Ein Aborigines Museum liegt direkt daneben. Für Ausflüge liegt Adelaide günstig. Nach Hahndorf ( ca. 25 km östlich) ist es nur eine kurze Fahrt, eine von Deutschen gegründete Siedlung wo man guten ! Kaffee, Kuchen aber auch Bratwürstel und Bayerisches Flair findet und einige nette Geschäfte entlang der Hauptstrasse. Wer etwas mehr Zeit aufbringt kann südlich auf die Fleurieu Peninsula fahren, zum Weinbaugebiet McLaren Vale und nach Victor Harbor. Dort mit der Pferdetram über die Brücke nach Granite Island. Mit etwas Glück sieht man abends die Fairy Penguins – die kleinste Pinguinform – ankommen. Etwas mehr Zeit sollte man sich für einen Besuch auf Kangaroo Island nehmen da es dort eine Menge an Sehenswürdigkeiten gibt. Die Highlights dort sind sicher die Seal Bay ein Brutgebiet der Australian Sea Lions, weiters die Remarkables und Admirals Arch.

 

Ich nehme meinen Leihwagen und fahre einmal ins Barossa Valley mit seinen Weinplantagen und kleinen verträumten Orten wie z.B. Tanunda oder Seppeltsfield. Auch dieses Gebiet wurde von Deutschen Einwanderern besiedelt.

Hier gibt es zu den Wochenenden manchmal kleine Schafmärkte. Weiter geht es über das Clare Valley nach Port Pirie und Port Augusta die direkt am Meer liegen. Die beiden Kleinstädte sind etwas enttäuschend, in Port Pirie sind der alte Bahnhof und das alte Postamt sehenswert, sonst ist nicht viel los. Aber Port Augusta ist eine Station des Ghan und der Pichi Richi Railway, eine Nostalgie Eisenbahn die von hier im Australischen Winter (bei uns Sommer) nach Quorn fährt. Die Bahn wurde von Liebhabern hergerichtet und fährt abwechselnd mit alten Dampf- und Dieselloks jeweils zum Wochenende. Bei Touristen eine beliebte Abwechslung, noch dazu wo die Fahrt über den Pichi Richi Pass sehr kurvig ist und über Brücken und an Felsen vorbei führt. Wirkt teilweis iwe in alten Western Filmen. In Whoolshed Flat ist Zwischenstation und Wartung. Quorn selbst liegt schon am Rande des sogenannten Outbacks, wäre auch ein Ausgangspunkt zur Flinders Range mit dem bekannten Wilpena Pound. Mit einem Allrad Auto könnte man über die Flinders Range und den Odnatta Treck auch nach Coober Pedy fahren, da ich jedoch ein normales Auto habe und außerdem alleine unterwegs bin bleibt mir nur die Route über den 3300 km langen Stuart Highway, der einzigen durchgehend asphaltierten Verbindung von Süd nach Nord (Adelaide-Darwin).

Die nächste Etappe der Strecke geht über Pimba (Roadhouse) nach Woomera am ehemaligen Test- und Versuchsgelände der Armee. Im Ort gibt es ein kleines Museum und es sind im Freien etliche Raketen, Flugzeuge und Geräte ausgestellt.

Zurück zum Highway geht es viele Kilometer ziemlich eintönig weiter. Eine kleine Unterbrechung ist Lake Hart – ein Salzsee an dessen Ufer die Schienen des Ghan liegen. Einen schönen Blick hat man auch auf Lagoon Island, ein Salzsee mit einer kleinen Insel drinnen. Am Straßenrand sieht man kleine weiße Papageien (Corellas) sowie Galahs und am Himmel kreisen Habichte, Falken und sogar ein Keilschwanzadler.

Endlich ist Coober Pedy erreicht, die geheimnisvolle Stadt der Opale wo Leute in Höhlen wohnen. Ganz so schlimm ist es nicht aber es gibt tatsächlich Wohnungen, Hotels, Geschäfte und sogar Kirchen die in den Felsen gebaut sind. Der Grund ist einfach – im Sommer werden Temperaturen von über 50 Grad erreicht im Winter kann es auf 0 gehen. In den Höhlen bleibt die Temperatur zwischen 22 und 26 Grad, ohne Klimaanlage. Zu besichtigen gibt es etliche Minen wo noch immer Opale gefördert werden und natürlich jede Menge Geschäfte die damit handeln (aber teurer sind wie in Sydney). Eines der Highlights ist der Friedhof. Schon der Wegweiser – Boot Hill – ist skurril, einige der Gräber erst recht. Das Grab von Crocodile Harry (gest. 2006) einem Abenteurer aus dem Baltikum der sogar ein Deutscher Adeliger war und das Vorbild für die Filmfigur des Crocodile Dundee. Vor seinem Tod war er berüchtigt allen (jüngeren) Damen die seine Wohnhöhle besuchten „an die Wäsche“ gegangen zu sein. Seine Wohnung ist auch heute noch ein Fixpunkt jeder Sightseeing Tour. Unzählige „Erinnerungsstücke“ wie BH’s, Unterhöschen und diverse gemalte Botschaften sind zu bestaunen. Das zweite Grab ist von Karl Bratz. Als er erfuhr dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist wollte er seiner Frau nichts hinterlassen und versoff sein Geld. Vorher hatte er seinen „Grabstein“ in Auftrag gegeben – ein Bierfass mit der Aufschrift „have a drink on me“.

Natürlich gehört zu Coober Pedy eine Fahrt zu den Minen dazu. Auf den Minenfeldern ist größte Vorsicht geboten da oft direkt neben der Strasse oder den Wegen die Schächte sind, manchmal nicht einmal abgedeckt. Eine Unachtsamkeit kann böse Folgen haben. Es gibt in Coober Pedy eine „Wassertankstelle“ – gegen Münzeinwurf kann man eine gewisse Menge Wasser entnehmen. Wenn man sich die trockene Gegend ansieht dann schätzt man diese Einrichtung. Ein sehenswerter Abstecher wäre zu den Breakaways, eine Felsformaton die an Rainbow Valley erinnert. In der Nähe liegen auch die beiden Felshügel „Salt and Pepper“ sowie die trostlose Landschaft der Moon Plaines. Auch der 5300 km lange Dog Fence (Dingozaun) führt dort vorbei.

Nicht zu vergessen ist der Golfplatz von Coober Pedy – vermutlich der einzige Golfplatz der Welt wo kein Grashalm wächst, trotzdem hat ein Scherzbold die Tafel „keep off grass“ aufgestellt.

Zwischen Coober Pedy und Alice Springs liegen runde 700 km also wieder eine schöne Tagesstrecke. Kurz nach der Grenze von South Australia und Northern Territory liegt die Abzweigung zum Mt. Conner, Ayers Rock und Olgas.

Ca. 60 km vor Alice Springs liegt die Abzweigung zum Rainbow Valley (unsealed road, 4WD), ein unbedingtes Muss für eine Besichtigung. Die Strasse wäre im trockenen Zustand mit einem normalen Auto erreichbar. Nach etlichen Kilometern erreicht man den Parkplatz und sieht die Felsformation mit der (nur nach starken Regenfällen gefüllten) Fläche davor. Ein Weg führt dann noch zum Mushroom Rock. Die Park Rangers sehen es nicht gerne wenn man die markierten Wege verlässt, man sieht auch so genug. Eine wirklich imposante Felsformation die sich je nach Tageszeit in verschiedenen Farben präsentiert.

 

Einige Bemerkungen zu Strassen und Fahrtstrecken. Es ist mit normalen Mietautos verboten die asphaltierten Strassen zu verlassen, Zufahrten zu Parkplätzen ausgenommen. Entsteht ein Schaden auf einer Schotterstrasse haftet keine Versicherung. Manche Vermieter schränken sogar die Fahrzeit auf Tageslicht ein da in der Dämmerung die Tiere aktiv werden. Kängurus können nicht nur sehr schnell auf die Strasse springen, sie sind auch vom Gewicht mit Reh oder Hirsch vergleichbar. Ein Unfall kann also böse ausgehen und man sieht auf der Strecke genügend Wildunfälle. Manche Strassen können zwar mit 2WD Autos befahren werden, jedoch bei Regen oder bei größeren Straßenschäden kann ein Ausweichen in die Wildnis notwendig sein, dann hat man mit 2WD das nachsehen (und Probleme mit der Versicherung). Manche Strassen sind aber für 2WD gesperrt, manche Tracks sind nur für große 4WD geeignet da sie entweder durch Flüsse oder Bachbett führen wo ein niedriger 4WD hängen bleibt. Diese Tracks sind üblicherweise extra beschildert. Und noch etwas ist zu beachten – Handys haben keinen Empfang im Outback, nur in unmittelbarer Nähe von größeren Orten gibt es Empfang! Einige Liter Wasser sollten immer mitgeführt werden, es gibt keine Möglichkeit etwas zu kaufen wenn man nicht zu einem Roadhouse kommt. Auch Benzin sollte immer genügend im Tank sein, die Strecken sind oft weit und nicht jede Tankstelle auf der Strecke muss offen sein oder Benzin vorrätig haben. Lieber öfter wenig tanken als ohne Benzin liegen bleiben. Bei Pannen nie das Fahrzeug verlassen, ein Auto ist leichter zu finden wie eine einzelne Person. Nicht zu unterschätzen sind die „Road Trains“. Die Fahrzeuge haben bis zu 4 Anhänger, können 50 m lang sein und fahren mit ihren 450 – 600 PS entsprechend schnell. Beim Überholen braucht man gute Sicht und eine entsprechend lange Überholstrecke.

 

Alice Springs ist das rote Herz Australiens. Es liegt ziemlich in der Mitte des Kontinents und ist nach Darwin die größte Stadt im Northern Territory. Errichtet wurde es als Stützpunkt des Overland Telegraph, die Gebäude sind als Museum zu besichtigen. Auch der Ghan (das ist der Zug der von Adelaide nach Darwin den Kontinent durchquert) hat in Alice Station und erst seit einigen Jahren ist die Strecke durchgehend von Adelaide bis Darwin befahrbar. Früher war Alice die Endstation. Es gibt in und um die Stadt jede Menge zu besichtigen, Ausflüge zum Ayers Rock, Olgas, Kings Canyon können organisiert werden, ebenso Ballonfahrten und vieles mehr. Sehenswert und großteils mit normalen Autos zu erreichen sind die vielen Schluchten und Wasserstellen der East- und West MacDonnell Range. In manchen Wassern darf man baden, manche sind nur nach Regenfällen gefüllt, manche wirklich nur für die Tiere eine Wasserstelle. Besonders sehenswert ist dabei die Standley Chasm, eine Schlucht die sich auf wenige Meter verengt und nur mittags erreichen die Sonnenstrahlen den Boden. Ebenso interessant sind die Felsen der Ochre Pits, hier holten sich die Aborigines Ocker zur Bemalung. Ellery Creek Big Hole ist eine Bademöglichkeit ebenso wie Glen Helen. Die Serpentine Gorge lädt zu einer Wanderung ein.

Auf der Fahrt in den Westen fährt man knapp außerhalb von Alice an einem Denkmal von John Flynn vorbei, er war der Gründer des Australian Flying Doctor Service. Ein weiterer Punkt ist Hermannsburg (ca. 125 km westlich), das ist ein alter Missionsort wo noch einige der Gebäude stehen. Auch die Abzweigung zum Palm Valley ist dort, jedoch nur mit 4WD befahrbar. Man kann auch die Merenee Loop zum Kings Canyon weiter fahren. Im Osten auf dem Ross Highway ist die erste Schlucht die Emily Gap mit den Aborigines Felsmalereien der Caterpillars. Mit Glück sieht man morgens einige Kängurus, darunter auch die großen Roten. Ein makabres Denkmal findet man am Ross Highway für einen verunglückten Biker. Weiter östlich kommen die Trephina Gorge mit ihrem kleinen See und nicht zuletzt auch noch der Corroboree Rock, ein heiliger Felsen wo Initiationsriten vollzogen wurden. Am Ende des ausgebauten Ross Highway wäre noch N’Dhala Gorge Nationalpark. Ein Highlight im Süden von Alice Springs wäre der Chambers Pillar, auch hier gilt nur mit 4WD. Die Strecke ist durchgehend Schotter, die letzten 40 km eher nur Piste. Auf dem Weg dort hin sind die Ewaninga Rocks mit Felsgravuren der Ureinwohner. Für Naturfreunde ist der Desert Park sehenswert ebenso wie der Reptilienzoo in Alice. Ein kleiner Tipp noch - das Heavetree Gap Motel liegt an einem Felsen mit einer Kolonie kleiner Rock Wallabies. Diese kommen morgens und abends und lassen sich füttern und sind sehr zutraulich. Futter bekommt man im Hotel (getrocknetes Gras). Im August/September gibt es jedes Jahr die „Henley on Todd Regatta“ – ein Bootsrennen das im trockenen Todd River ausgetragen wird. Die Boote haben keinen Boden, also ein lustiger Laufbewerb.

Wenige Kilometer nach Alice Springs erreicht man den Wendekreis des Steinbocks. Eine Skulptur bezeichnet diesen Punkt. Man sagt das hier die Tropen beginnen und auch Krokodilland (das ist aber noch viele Kilometer weiter).

Weiter nach Norden kommt man nach Aileron, hier gibt es ein Roadhouse, einige Häuser aber auch die übergroßen Skulpturen des Aborigine Kriegers und der Aborigine Frau mit Kind, sowie eine Gemäldegalerie mit Aborigine Kunststücken. Beim Roadhouse von Barrow Creek kann man noch die alte Telegraphenstation besichtigen. Etwas weiter in Wycliffe Well gibt es ein Motel mit einer kleiner Eisenbahn die um einen kleinen See führt (wenn sie fahrbereit ist). Wycliffe ist bekannt da es dort angeblich UFO Sichtungen gab, einige kleine grüne Männchen auf dem Gelände zeigen davon.

Zwischen Wycliffe Well und der nächsten Stadt Tennant Creek liegt das Naturphänomen Devils’s Marbles (Karlu Karlu der Aborigines Name) – die Teufelsmurmeln oder wie die Aborigines sie nennen – die Eier der Regenbogenschlange. Es ist eine Ansammlung von hunderten Steinen in allen möglichen Größen und Variationen – absolut sehenswert.

Tennant Creek war auch einmal eine Telegraphenstation, außerdem wurde Gold gefunden. Einige Minen sind noch zu besichtigen. Sonst gibt es nicht viel zu sehen, der Anzac Hill ist ein Hügerl mit Bierdosen und Flaschenscherben bestückt, einzig der Mary Ann Dam mit seinem kleinen See bietet Abwechslung und Bademöglichkeiten in der tropischen Hitze.

Etwas nördlich von Tennant Creek sind die Pebbles (Kunjarra), eine kleine Ausgabe der Devil’s Marbles, aber nicht mit diesen vergleichbar.

Etwas abseits des Highway liegt die kleine unscheinbare Ortschaft Newcastle Waters mit einem Denkmal für die Viehtreiber (Drovers). Der Ort war früher Knotenpunkt der Viehtrecks aus Süd und Ost. Beim kleinen Fluss der in der Regenzeit zu einer Lagune wird tummeln sich Reiher, Ibis, aber auch Bussarde (Whistling Kite) und andere Vögel. Immer öfter sieht man am Strassenrand jede Menge Termitenhügel, oft ganze Städte davon.

Der nächste größere Ort ist Mataranka, wo es knapp vorher noch eine Abzweigung zum Friedhof- den Elsey Cemetery – gibt, wo die Autorin des Buches „We of the Never Never“ begraben ist – ein Buch das in mehrer Sprachen übersetzt wurde und ein fixer Bestandteil der Australischen Literatur ist.

In Mataranka gibt es beim Campingplatz eine Thermalquelle die in einem schönen Pool eingefasst wurde. Zwar bringen die ca. 32 Grad kaum Abkühlung aber eine angenehme Unterbrechung der Reise ist es auf jeden Fall. In den Bäumen leben Flughunde (Flying Fox), im angrenzenden Fluss bereits die ersten Krokodile, auch wenn es „nur“ Freshies (Süßwasserkrokodile) sind. Angeblich machen die nichts außer sie fühlen sich bedroht – und woher soll man aber wissen wann sie sich bedroht fühlen? Immerhin werden diese Biester auch 3 m lang.

Auf den letzten 100 km nach Katherine kommt man noch bei den Cutta Cutta Caves vorbei, eine Tropfsteinhöhle. Katherine ist die drittgrößte Stadt im Northern Territory und eine Haltestelle des Ghan. Außerdem ein Kreuzungspunkt der Strassen da der Victoria Highway nach Westaustralien abzweigt. Am bekanntesten ist Katherine aber wegen seiner Schluchten am Katherine River – die Katherine Gorge. Die Schluchten und die Edith Falls gehören zum Nitmiluk Nationalpark der bereits an den Kakadu Nationalpark angrenzt. Eine Fahrt mit dem Boot zu einigen der Schluchten ist eine Pflichtübung, wer mehr Zeit hat kann sich Boote ausborgen und die Schluchten durchpaddeln. Wie weit es möglich ist das ist vom Wasserstand abhängig. Steht man in Katherine auf der alten Eisenbahnbrücke kann man nicht glauben dass der Fluss 2006 fast 20 m gestiegen ist und Teile von Katherine überschwemmt hat. Etwas westlich befindet sich Springvale Homestead – eine Ansiedlung aus dem Jahre 1880, die älteste bewohnte im Northern Territory. Derzeit ist es ein Cafe und Museum mit Campingplatz. In Katherine gibt es beim Fluss noch einen kleinen Thermalpool, auch hier hat das Wasser nie unter 32 Grad aber es ist gemütlich dort einige Zeit zu verbringen. Neben Katherine Gorge sind noch die Edith Falls interessant. Nach einem schweißtreibenden Anstieg sieht man mehrere kleinere Wasserfälle die Felsenpools von unterschiedlicher Tiefe bilden. Das Wasser ist kristallklar und es gibt keine Krokodile (kann ich verstehen bei dem Bergaufmarsch zum Platz). Nicht vergessen sollte man Essen und Trinken da man sonst den kompletten Weg zum Parkplatz zurück gehen muss. Kiosk gibt es bei den Pools keinen.

Man kann auch die Schluchten der Katherine Gorge und über die Felsen bei den Edith Falls wandern, nur ist es nicht jedermanns Sache bei 35 Grad Bergtouren zu unternehmen.

Von Katherine geht es nach Pine Creek, eine alte Goldgräberstadt mit einem kleinen Eisenbahnmuseum und einem Freiluftmuseum wo alte Geräte und Maschinen aus der Goldgräberzeit aufgestellt sind. In Pine Creek zweigt der Kakadu Highway in den Kakadu Nationalpark ab. Seit 2010 wird beim Mary River Roadhouse (auch Motel, Tankstelle und Restaurant) eine Besuchergebühr für den Park eingehoben.

Im Kakadu Nationalpark sind die Highlights natürlich die Felsmalereien des Nourlangie Rock und des Ubirr Rock. Die Strasse zum Ubirr Rock war leider wegen Überflutung gesperrt, auch einige der Aussichts- und Lagerplätze waren wegen Überflutung und Krokodilgefahr gesperrt. Hier gibt es die gefährlichen Salties – die Salzwasser-Krkodile. Ein weiteres Highlight ist Yellow Water, hier kommen einige Flüsse (Jim Jim River 1+2 sowie Alligator River) zusammen, die bei Hochwasser einen großen See bilden. Eine Bootsfahrt auf Yellow Water ist unbedingt zu empfehlen, man sieht mit Glück etliche Salzwasser-Krokodile (Salties), eine Unzahl von Vögel wie z.B. Kingsfisher, Whistling Kite, Reiher, Kraniche, Enten, Gänse und dort gibt es auch den Jabiru – der nur in Australien heimische Schwarzstorch. Dazu eine prächtige Flora mit Büffelgras, Pandanus (Schraubenpalme), Paperbark Trees, Litchfeld Tree uva. Man sollte entweder die beiden Morgentouren oder die letzte Nachmittagstour nehmen da tagsüber die Tiere eher den Schatten aufsuchen. Mückenschutz wird auch empfohlen. Immer wieder wird auf die Jim Jim Falls und Twin Falls verwiesen – beide Wasserfälle sind nur mit guten Allradautos zu erreichen, sehenswert sind sie in oder kurz nach der Regenzeit da sie in der Trockenzeit zu kleinen Rinnsalen verkommen. Meist sind die Zufahrten sind aber erst in der Trockenzeit möglich. Wenn jemand etwas investieren will dann bietet sich ein Flug zu den Wasserfällen an – so werden auch die imposanten Bilder gemacht.

Einen Zwischenstopp gibt es noch in Adelaide River, der Ort wäre nichts Besonderes wenn nicht eine Station des Ghan dort wäre und ein Friedhof aus dem 2. Weltkrieg.

Der zweite interessante Nationalpark ist der Litchfield Nationalpark der nur ca. 90 km von Darwin entfernt ist, also ein ideales Erholungsgebiet für die Städter. Der Litchfield Park hat den Vorteil dass die Sehenswürdigkeiten enger zusammen liegen. Wenn man die Litchfield Park Strasse über Batchelor fährt so kommt man zuerst zu den Magnetic Termite Mounds, eine Anzahl von Termitenbauten die alle in Nord-Süd Richtung stehen. Dies hat nichts mit Magnetismus zu tun, die klugen Insekten bieten der Sonne am höchsten Punkt nur die schmale Seite um die Temperatur möglichst stabil zu halten. Direkt daneben gibt es auch noch mehrere Meter hohe Riesentermitenbauten. Einige Kilometer weiter kommt man zu Buley Rockhole. Hier hat der Bach viele kleine Becken in den Felsen ausgehöhlt wo man schwimmen oder sich reinlegen kann, das Wasser hat eine angenehme Temperatur. Der Bach der Buley Rockholes fließt zu den Florence Falls wo er in zwei schönen Wasserfällen in den Badesee fällt. Der Naturpool ist ein Treffpunkt für jung und alt. Es gibt auch einen Verbindungsweg zwischen den beiden Plätzen. Noch einige Kilometer weiter sind die Tolmer Falls – diese sind nur von einer Ausblickskanzel zu sehen, Zugang ist nicht möglich. Die Wangi Falls fließen in den letzten See den man mit 2WD anfahren kann. Der See ist der größte und schönste, auch die beiden Wasserfälle sind imposant. Leider war der See zum baden wegen Krokodilen noch gesperrt. Nur bei den Wangi Falls gibt es einen kleinen Kiosk oder dann etwas weiter noch das Litchfield Cafe wo man Speis und Trank bekommen kann.

Auf der Strecke zwischen Tolmer und Wangi Falls gibt es noch den Tabletop Smamp zu sehen, eine Sumpf der für Naturbeobachter ein Ziel ist, für die Fahrt nach Lost City und Blyth Homestead benötigt man 4WD wie auch für die Weiterfahrt zur südlichen Ausfahrt des Parks. Dieser Weg ist normalerweise erst ab Ende Mai oder Juni passierbar da etliche Flüsse zu überqueren sind.

Auf der Fahrt nach Darwin gibt es schon mehr Verkehr, schließlich ist die Hauptstadt am Top End die größte im Northern Territory und auch Sitz der Verwaltung.

In Darwin bekommt man alles was gewünscht wird, schöne Geschäfte in der Mall, gute Restaurants, am Wharf Precinct wurde ein moderner Stadtteil errichtet mit der Lagoon (ein Wellenbad), Restaurants und Veranstaltungshalle. In der Nähe befindet sich auch das Parlament und das Government House. Bei einem Spaziergang durch den Bicentennial Park kommt man bei einigen Aussichtsplätzen und Denkmälern vorbei, Naturfreunde werden sich an tropischen Baum- und Blumenarten erfreuen sowie diversen Vögeln wie z.B. die Peaceful- und Broncewing Dove, Masket Lapwing, Pee Wee und anderen. Der Botanische Garten von Darwin beinhaltet eine Unzahl von Gewächsen, vom Flaschenbaum über den Kanonenkugelbaum, Palmen, Bananen- und Avocadostauden, eine eigene Regenwaldabteilung und weitere Blumen und Sträucher. Als Hauptstadt besitzt Darwin natürlich auch einen Golfplatz sowie ein Casino. Für Kriegsveteranen sind die Oil Tunnels aus dem 2. Weltkrieg zu bestaunen, auch gibt es noch alte Flugplätze und Flugzeuge in diversen Museen. Darwin wurde im 2. Weltkrieg von Japanern angegriffen und bombardiert, deshalb wurden unterirdisch viele Lagerplätze eingerichtet.

Donnerstags und Sonntags (in der Dry Season) ist ab 17h der Mindil Beach Sunset Market geöffnet. An die hundert Aussteller bieten vor allem Essbares aus aller Welt zu ausnehmend günstigen Preisen, Straßenkünstler und Musikgruppen zeigen ihr Können, dazu etliche Geschäfte für Schmuck, Tand und Spielzeug. Es ist ein richtiges Volksfest das bis spät in die Nacht dauert. Wer genug vom Trubel hat braucht nur über die Dünen zu gehen, kann sich am Strand in den Sand legen und den Sonnenuntergang beobachten. Frieren muss niemand da es selten unter 30 Grad hat.

Neben anderen Sehenswürdigkeiten in Darwin kann man jede Menge Tagesausflüge buchen, wie z.B. in den Kakadu oder Litchfield Nationalpark, zu Krokodilfarmen um bei der Fütterung dabei zu sein (Jumping Crocodils) oder zu Bootstouren in den Flüssen. Auch Fischen ist in ganz Australien ein Thema, im Norden wird vor allem der Barramundi gefangen. Ein exzellenter Speisefisch. Vogelfreunde sollten unbedingt einen Ausflug zum Fogg Dam machen. Der Fogg Dam war ein Versuch Reis in Australien anzubauen was aber nicht geklappt hat. Der Damm mit seinem See ist nun ein Vogel-Eldorado. Unzählige Reiher, Löffler, Kormorane, Kraniche usw. sieht man aus nächster Nähe, aufpassen muss man nur ob nicht wegen Krokodilgefahr Einschränkungen bestehen. Auf dem Weg dort hin kommt man in der kleinen Ortschaft Humpty Doo vorbei wo neben der Tankstelle das Boxing Crocodile grüßt, eine meterhohe Skulptur eines Krokodils.

 

Der Flughafen von Darwin ist international, der Großteil geht oder kommt aus dem Asiatischen Raum. Mein Flieger geht nach Sydney wo ich 4 ½ Stunden später ankomme.

 

Sydney ist sicher eine der schönsten Städte der Welt und einen eigenen Bericht wert.

 

Noch ein Nachwort zur Gefährlichkeit eines Aufenthaltes in Australien. Es gibt dort jede Menge an giftigen Tieren und Pflanzen. Die giftigen Spinnen gibt es eher an der Ostküste (Redback Spider, Sydney Funnel Web), Schlangen gibt es fast überall außer in den Städten. Ich habe auf meinen Reisen erst eine Schlange auf einer Strasse gesehen, die restlichen in den Zoos. Alle Schlangen verschwinden wenn sie Erschütterungen spüren, nur die gefährliche Dead Adder bleibt liegen. Sollte man also wirklich abseits der Routen gehen so sind feste Schuhe zu empfehlen. Auch im Wasser gibt es genügend Gefahr wie z.B. die Seewespe (Box Jelly Fish), eine Quallenart wegen der im Australischen Sommer Strände im Norden gesperrt werden. Eidechsen und Warane sieht man häufig, die nehmen aber Reißaus da einige davon auf der Speisekarte der Aborigines stehen. Auch einige giftige Fischarten, Wasserschlangen und Tintenfische bevölkern den Norden Australiens – es ist tropisches Gebiet. Die gibt es auch in anderen tropischen Gebieten. In Sydney kommen die Blue Bottles vor – das ist eine kleine Abart der Portugiesischen Galeere, eigentlich keine Qualle in zoologischen Sinn. Auch Bäume und Sträucher können stark gifthaltig sein (Strychninbaum, Nachtschattengewächse usw.) oder die im trockenen Outback oft vorkommende Paddy Melon (auch Camel Melon). Überall gilt – was ich nicht kenne greife ich lieber nicht an. Dafür gibt es außer dem Dingo keine für Menschen gefährliche Raubtiere. Alle Dingos die ich gesehen habe sind sowie weggerannt oder sie suchten eher mit eingezogenem Schwanz nach Abfällen bei Rastplätzen. Aggressiv war keiner.

Mich hat auf meinen Reisen durch Australien jedenfalls noch kein gefährliches Tier angegriffen und ich bin nicht immer nur auf der Strasse gegangen.

 

Australien ist so groß und schön das die positiven Aspekte alles andere überwiegen.