Australien von Süd nach Nord – von Adelaide nach Darwin

 

Ankunft aus Sydney am Flughafen von Adelaide und mit Taxi zum Autovermieter (Hertz). Das Wetter wie schon die ganze Woche vorher leider nicht berauschend, zum Glück war ich schon früher in Adelaide.

Adelaide ist eine nette Stadt mit einem kleinen und überschaubaren Zentrum. Wer gut und günstig essen will geht ins Chinesisches Viertel, es gibt rund um den Innenbereich von Adelaide große Grünflächen für Freizeit und Sport. Neben der Universität ist der Botanische Garten, im Norden ist der Torrens River bzw. der Torrens Lake wo man Bootsfahrten machen kann. Ein Aborigines Museum liegt direkt daneben. Für Ausflüge liegt Adelaide günstig. Nach Hahndorf ( ca. 25 km östlich) ist es nur eine kurze Fahrt, eine von Deutschen gegründete Siedlung wo man guten ! Kaffee, Kuchen aber auch Bratwürstel und Bayerisches Flair findet und einige nette Geschäfte entlang der Hauptstrasse. Wer etwas mehr Zeit aufbringt kann südlich auf die Fleurieu Peninsula fahren, zum Weinbaugebiet McLaren Vale und nach Victor Harbor. Dort mit der Pferdetram über die Brücke nach Granite Island. Mit etwas Glück sieht man abends die Fairy Penguins – die kleinste Pinguinform – ankommen. Etwas mehr Zeit sollte man sich für einen Besuch auf Kangaroo Island nehmen da es dort eine Menge an Sehenswürdigkeiten gibt. Die Highlights dort sind sicher die Seal Bay ein Brutgebiet der Australian Sea Lions, weiters die Remarkables und Admirals Arch.

Ich nehme meinen Leihwagen und fahre einmal ins Barossa Valley mit seinen Weinplantagen und kleinen verträumten Orten wie z.B. Tanunda oder Seppeltsfield. Auch dieses Gebiet wurde von Deutschen Einwanderern besiedelt.

Hier gibt es zu den Wochenenden manchmal kleine Schafmärkte. Weiter geht es über das Clare Valley nach Port Pirie und Port Augusta die direkt am Meer liegen. Die beiden Kleinstädte sind etwas enttäuschend, in Port Pirie sind der alte Bahnhof und das alte Postamt sehenswert, sonst ist nicht viel los. Aber Port Augusta ist eine Station des Ghan und der Pichi Richi Railway, eine Nostalgie Eisenbahn die von hier im Australischen Winter (bei uns Sommer) nach Quorn fährt. Die Bahn wurde von Liebhabern hergerichtet und fährt abwechselnd mit alten Dampf- und Dieselloks jeweils zum Wochenende. Bei Touristen eine beliebte Abwechslung, noch dazu wo die Fahrt über den Pichi Richi Pass sehr kurvig ist und über Brücken und an Felsen vorbei führt. Wirkt teilweis iwe in alten Western Filmen. In Whoolshed Flat ist Zwischenstation und Wartung. Quorn selbst liegt schon am Rande des sogenannten Outbacks, wäre auch ein Ausgangspunkt zur Flinders Range mit dem bekannten Wilpena Pound. Mit einem Allrad Auto könnte man über die Flinders Range und den Odnatta Treck auch nach Coober Pedy fahren, da ich jedoch ein normales Auto habe und außerdem alleine unterwegs bin bleibt mir nur die Route über den 3300 km langen Stuart Highway, der einzigen durchgehend asphaltierten Verbindung von Süd nach Nord (Adelaide-Darwin).

Die nächste Etappe der Strecke geht über Pimba (Roadhouse) nach Woomera am ehemaligen Test- und Versuchsgelände der Armee. Im Ort gibt es ein kleines Museum und es sind im Freien etliche Raketen, Flugzeuge und Geräte ausgestellt.

Zurück zum Highway geht es viele Kilometer ziemlich eintönig weiter. Eine kleine Unterbrechung ist Lake Hart – ein Salzsee an dessen Ufer die Schienen des Ghan liegen. Einen schönen Blick hat man auch auf Lagoon Island, ein Salzsee mit einer kleinen Insel drinnen. Am Straßenrand sieht man kleine weiße Papageien (Corellas) sowie Galahs und am Himmel kreisen Habichte, Falken und sogar ein Keilschwanzadler.

Endlich ist Coober Pedy erreicht, die geheimnisvolle Stadt der Opale wo Leute in Höhlen wohnen. Ganz so schlimm ist es nicht aber es gibt tatsächlich Wohnungen, Hotels, Geschäfte und sogar Kirchen die in den Felsen gebaut sind. Der Grund ist einfach – im Sommer werden Temperaturen von über 50 Grad erreicht im Winter kann es auf 0 gehen. In den Höhlen bleibt die Temperatur zwischen 22 und 26 Grad, ohne Klimaanlage. Zu besichtigen gibt es etliche Minen wo noch immer Opale gefördert werden und natürlich jede Menge Geschäfte die damit handeln (aber teurer sind wie in Sydney). Eines der Highlights ist der Friedhof. Schon der Wegweiser – Boot Hill – ist skurril, einige der Gräber erst recht. Das Grab von Crocodile Harry (gest. 2006) einem Abenteurer aus dem Baltikum der sogar ein Deutscher Adeliger war und das Vorbild für die Filmfigur des Crocodile Dundee. Vor seinem Tod war er berüchtigt allen (jüngeren) Damen die seine Wohnhöhle besuchten „an die Wäsche“ gegangen zu sein. Seine Wohnung ist auch heute noch ein Fixpunkt jeder Sightseeing Tour. Unzählige „Erinnerungsstücke“ wie BH’s, Unterhöschen und diverse gemalte Botschaften sind zu bestaunen. Das zweite Grab ist von Karl Bratz. Als er erfuhr dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist wollte er seiner Frau nichts hinterlassen und versoff sein Geld. Vorher hatte er seinen „Grabstein“ in Auftrag gegeben – ein Bierfass mit der Aufschrift „have a drink on me“.

Natürlich gehört zu Coober Pedy eine Fahrt zu den Minen dazu. Auf den Minenfeldern ist größte Vorsicht geboten da oft direkt neben der Strasse oder den Wegen die Schächte sind, manchmal nicht einmal abgedeckt. Eine Unachtsamkeit kann böse Folgen haben. Es gibt in Coober Pedy eine „Wassertankstelle“ – gegen Münzeinwurf kann man eine gewisse Menge Wasser entnehmen. Wenn man sich die trockene Gegend ansieht dann schätzt man diese Einrichtung. Ein sehenswerter Abstecher wäre zu den Breakaways, eine Felsformaton die an Rainbow Valley erinnert. In der Nähe liegen auch die beiden Felshügel „Salt and Pepper“ sowie die trostlose Landschaft der Moon Plaines. Auch der 5300 km lange Dog Fence (Dingozaun) führt dort vorbei.

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